13.06.2017 09:31

Zum Schluss noch etwas Poesie.



"Unser Trainer, so kann man es wohl sagen
musste richtig viel ertragen.
Wir sind nicht Gold, das immer glänzt,
es gehört auch zum Sport wenn man mal schwänzt.
Wir sind nicht die Besten unserer Klasse,
doch liebenswert weit ab der Masse.

Wir danken herzlich für die Geduld und das,
was uns durch dich auch in Zukunft schult.
Nun ist's soweit, die Wege trennen sich
und der Abschied ist ... auf deutsch gesagt:
`Ganz großer Mist!`"


Mit diesem kleinen Gedicht verabschiedeten die Kinder der 2. D-Jugend ihren Trainer während der Mannschaftsfahrt am vergangenem Wochenende.
"... das man mal schwänzt". Das "mal" ist untertrieben. Konsequent "verweigerte" die jüngere D-Jugend ihre Vollzähligkeit beim Training und Spielen.
Am 02.02.2017, brach kurzzeitig Jubel aus, oder war es Enttäuschung über den Bruch dieser "Tradition"? ... man weiß es nicht.
... jedenfalls standen zu Trainingsbeginn 12 von 13 Jungs in der Halle, die Tür ging auf und Niklas erschien mit 2 Minuten Verspätung, und komplettierte somit die Mannschaft zur Vollzähligkeit, das erste und auch zum letztem Mal in der Saison.
Die Jungs gehn halt unbeirrt ihren Weg. *grins* ... selbst zur Mannschaftsfahrt wurde nicht daran gerüttelt.

Im Sommer 2012 übernahm Mirko eine Truppe aus der G in's erste Jahr F-Jugend. Für manche "altgedienten" aus der damaligen Mannschaft, Luke und Julian oder auch Dominik und Niklas, quasi vor einer Ewigkeit, fast ihr halbes Leben.
Das Gesicht des Teams änderte sich immer wieder. Kinder kamen und gingen, die Spieler und der Trainer entwickelten sich, feierten gemeinsame Erfolge, Vorrunde, Hallensaison, Rückrunde, Vorrunde, ... die Zeit vergeht dann doch sehr schnell. Manche Spiele vergisst man nicht. Beispielsweise und Unvergessen der 5:4 Sieg nach 0:4 Rückstand in der letzten Saison gegen den TSV Luthe (E1 - Hauptrunde A der 1. KK) ... quasi der Start zur späteren Staffelmeisterschaft.



Im Adventurecamp Walsrode, hatten die Jungs so vielfältige Möglichkeiten, das nie Langeweile aufkam. Badesee, Wassertrampolin, Volleyball, Basketball, Soccercourt, Hochseilgarten, Bogenschießen, Lagerfeuer, und und und ... und natürlich auch Fußball, sorgten für massig Abwechslung, Aktivität, Spaß und Herausforderung. Und wenn man dann doch mal kurzzeitig nicht wusste was man gerade machen sollte, da waren ja noch die Jungs einer Konfirmandengruppe, mit denen man sich auch mal zoffen konnte, oder man spielte Fußball gegen die mitgereisten angegrauten "Ollen" und erlebte dort die ein oder andere Slapstikeinlage.

Apropos Fußball und Alt. Die mitgereisten väterlichen Freunde, ... ähhh ne, Väterfreunde, ... hmm auch nicht, ... also die mitgereisten Väter von Spielern zu denen ich ein freundschaftliches Verhältnis habe, jetzt hammas, konnten auftretende Schwächeperioden, nach über einer Stunde Fußball, gut auf schlecht Platzverhältnisse schieben um nicht ganz so unfit dazustehen. Die hattens aber auch nicht leicht.
Der Niklasbeauftragete "Burki", musste stündlich darauf achten das Niklas auch seine Medizin nahm, permanent wollten diverse Kinder wissen wie spät es ist ... keine Ahnung warum ... evtl. "Zeit totschlagen" :-D   und dann der aufreibende abendliche Kampf gegen die drohende Unterhopfung.

Mich als Trainer hat es besonders gefreut, das Hasan und Jamil mit dabei waren. Beide Spieler sind seid Mitte März Teil der Mannschaft, beide 2006 geboren, beide aus Syrien, beide stammen aus oder Nähe von Aleppo. Für beide ist ein großes Abenteuer gewesen. Blockhütte, Hochseilgarten, ungewohntes Essen, ... ich mag mir gar nicht vorstellen, wie viel ungewohnte Eindrücke und Erlebnisse da auf die Beiden eingestürzt sind.
Einen Satz von Hasan und Jamil werde ich wohl nicht vergessen. Auf die Frage wie sie denn nach Deutschland gekommen wären sagten beide: "Gelaufen!".
Wenn man so etwas aus dem Mund eines 11jährigen hört den man persönlich kennt, dann werden die Fernsehbilder mit einmal real und man schaut ungläubig auf die beiden schmächtigen Kinder, die ja damals noch jünger waren, und sagt nix ... es fehlen einem die Worte.

Nun abschließend was bliebt übrig? ... Mückenstiche kratzen während ich das hier schreibe ...
56 Pfandflaschen und ein paar liegengebliebene Schuhe ... auch die gehör'n ja Marcel.





... na denn Jungs, macht's jutt, ich ruh mich mal aus  ;-)